Ökostrom-Wasserkraftwerk am Kanzingbach in Betrieb

TIWAG-oekologische-Massnahmen-Fischwanderhilfen
Der erste FisNahmen das Kraftwerk Kanzingbach offiziell in Betrieb (v. l.): TIWAG-Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Eberle, Gerhard Poscher (Bürgermeister Flaurling) und TIWAG-Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer.hlift Österreichs entsteht in der Runserau. Der Lebensraum für Bachforelle und Äsche wird dadurch deutlich verbessert.

In nur eineinhalb Jahren Bauzeit errichtete die TIWAG ein Kleinwasserkraftwerk am Kanzingbach im Flaurlinger Tal, das zwei alte Kraftwerksstufen (Flaurling 1 und 2) ersetzt.

In Anwesenheit des Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Eberle, der TIWAG-Vorstandsmitglieder Bruno Wallnöfer, Erich Entstrasser und Johann Herdina sowie zahlreicher Festgäste fand im Juni die feierliche Inbetriebnahme statt.
Das neue Kraftwerk, in dessen Bau die TIWAG rund 12,5 Millionen Euro investiert hat, erzeugt mit rund 16,4 Gigawattstunden pro Jahr mehr als dreimal so viel Ökostrom als die beiden alten Anlagen zusammen – Flaurling 1 stammte aus dem Jahr 1905 (Jahreserzeugung: 2,6 GWh), Flaurling 2 wurde 1962 in Betrieb genommen (Jahreserzeugung: 2,4 GWh).

Kanzingbach-Inbetriebnahme-2015
Zahlreiche Festgäste nahmen an der feierlichen Inbetriebnahme des KW Kanzingbach teil.

Effizientere Nutzung
Der Neubau nach modernstem Stand der Technik ermöglicht eine deutlich effizientere Nutzung des Kanzingbaches, die die Stromversorgung von immerhin 4.000 Haushalten sichert und den strengen gewässerökologischen Standards vollinhaltlich Rechnung trägt.
„Mit diesem neuen Ökostrom-Wasserkraftwerk leisten wir einen kleinen Beitrag zu einem großen Ziel: dem ökologischen, effizienten und nachhaltigen Ausbau der heimischen Wasserkräfte“, betonte TIWAG-Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer. „Das gelingt uns nicht nur durch den angestrebten Ausbau großer Kraftwerksanlagen wie z. B. im Kühtai und im Kaunertal, sondern auch durch eine Steigerung des Potenzials kleiner Gewässer.“
„Die TIWAG möchte nicht nur große Was- serkraft-Projekte umset- zen, sondern geht auch mit kleinen Wasserres- sourcen sorgfältig um“, ergänzte TIWAG-Vor- standsdirektor Johann Herdina. „Das neue Kleinwasserkraftwerk am Kanzingbach leistet da- her auch einen Beitrag für eine CO2-arme, de-zentrale und autonome Energiepolitik in Tirol.“

Kanzingbach-Inbetriebnahme-2015
Durch modernste Anlagen (hier ein Generator) wird eine effizientere Nutzung des Kanzingbaches gewährleistet.

Umfangreiches Projekt
TIWAG-Projektleiter Werner Rudig erläuterte die Gesamtanlage: Der Kanzingbach wird im Bereich oberhalb der Kohlerkapelle gefasst. Eine maximale Wassermenge von 800 Litern/ Sekunde wird über eine Druckrohrleitung ausgeleitet. Diese verläuft auf einer Länge von ca. 2.230 m im Fahrweg Richtung Flaurling und bindet knapp oberhalb des Trinkwasserhochbehälters in den bestehenden Hohlweg ein.
Nach ca. 700 m verlässt die Trasse den Hohlweg und folgt anschließend der Falllinie bis zur Gemeindestraße unterhalb des Sportplatzes. Anschließend bindet die Rohrleitung in den am rechten Ufer des Kanzingbaches verlaufenden Begleitweg ein und folgt diesem bis zum Krafthaus. Dieses befindet sich am orographisch rechten Ufer des Kanzingbaches ca. 20 m südlich der ÖBB-Strecke.
Die Bruttofallhöhe beträgt ca. 573 m. Die Rückgabe des Betriebswassers erfolgt über eine Rohrleitung zurück in den Kanzingbach, knapp oberhalb der ÖBB-Brücke.
Der erzeugte Strom wird über ein 400 m langes Erdkabel in das bestehende Mittelspannungsnetz eingespeist.

Feuchtbiotop bietet Lebensraum
Durch die nunmehr höhere Dotierwassermenge (früher kein Restwasser) ergibt sich eine deutliche ökologische Verbesserung in der Restwasserstrecke.
Zusätzlich wird im Bereich des Krafthauses ein ca. 150 m2 großes Feuchtbiotop errichtet. Dieses dient vor allem Amphibien, aber auch anderen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum.

Technische Eckdaten im Überblick
Ausbauwassermenge: 800 Liter/sec
Bruttofallhöhe: ca. 573 m
Ausbauleistung: 3,6 MW
Regelarbeitsvermögen: 16,4 Mio. kWh

Kanzingbach-Inbetriebnahme-2015

Bildnachweis: TIWAG
Quelle: Energieforum, September 2015

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