Spatenstich für Kleinwasserkraftwerk

Bereits Ende 2016 soll die Anlage in Betrieb gehen

Der Spatenstich des Kleinwasserkraftwerks an der Pizze in St. Leonhard i.P. fällt nicht ganz zufällig mit dem Beginn des Probebetriebs der ideenstiftenden Schwesteranlage in Jerzens zusammen. Ende 2016 soll der sinnvoll nutzbare Anteil der Wasserkraft der Pizze zum Nutzen der Bevölkerung in Strom umgewandelt werden. Damit finden auch langjährige Diskussionen über eine bestmögliche Nutzung erneuerbarer Energie ein glückliches Ende.

Die Nutzung vorhandener Ressourcen an erneuerbarer Energie bestmöglich zu nutzen, stand in St. Leonhard i. P. stets außer Frage. Welche der möglichen Varianten allerdings umgesetzt werden soll, erforderte einen langwierigen und teilweise hitzig geführten Entscheidungsprozess, wie die RUNDSCHAU berichtete. Sachverstand und Kooperationsbereitschaft führten nun zu einer Lösung, die vor allem von der Bevölkerung deutlich mitgetragen wird. „Dieses Kraftwerk ist wohl derzeit das einzige Projekt in Tirol, das ohne Bürgerproteste geplant und bewilligt wurde“, erklärte KO LA Mag. Jakob Wolf im Zuge des Spatenstichs, „das Alleineigentum der Gemeinde und die Wertschöpfung für das Tal müssen ebenfalls als besondere Vorteile genannt werden“. Dass der Erfolg oft von scheinbar kleinen Details abhängt, zeigte sich allerdings deutlich. Wegen der seit den 1950ern nach Wassermengen und nicht nach dem ökologisch nötigen Restwasseranteil festgelegten Ableitungen des Mittelberg- und des Taschachbaches ins Kaunertal trocknen die Bachbette im Zulauf der Pizze fallweise sogar aus. Deshalb mussten in der Planung 50 statt der üblichen 20 Prozent an Restwassermenge berücksichtigt werden. Dennoch erreicht das Kraftwerk nach Aussage des leitenden Planers DI Christian Eberl sehr gute wirtschaftliche Kennzahlen. Möglich wurde das Werk allerdings nur, weil der inzwischen verstorbene Raimund Eiter und seine Tochter Agnes ihr seit 1954 bestehendes Privatkraftwerk aufgaben und die Nutzungsrechte an die Gemeinde abtraten. Für Agnes Eiter „eine Selbstverständlichkeit“, wie sie der RUNDSCHAU gegenüber betonte.

(Quelle: mit freundlicher Genehmigung der RUNDSCHAU vom 3./5. Juni 2015)

Der RUNDSCHAU-Artikel zum Nachlesen:

Ein Unternehmen der
Bodner Gruppe
Schießstand 28
A – 6401 Inzing ‎
T: +43 5 06999 – 4000